Navigation
Die Malteser in Konstanz

SÜDKURIER Konstanz: Pflegepause für Angehörige

10.12.2014
Der Malteser Förderverein will 6700 Euro für die Ausstattung eines Raums aufbringen, in dem die Malteser Demenzkranke ambulant betreuen. Um Spenden bitten Markus Reichert (von links hinten), Susanne Heiß und Werner Fleig vom Verein und die Koordinatorin des Entlastungsdiensts Marion Götz (links). In einen Raum für Demenzkranke gehören auch Gegenstände der Erinnerung wie eine alte Bettflasche. Bild: Rindt

Konstanz -  Wir helfen mit (9): Der Malteser-Förderverein setzt sich für die Entlastung pflegender Angehöriger ein. Er unterstützt die Ausstattung eines Raums, in dem Demenzkranke ambulant betreut werden

Ein durchsichtiges Glas auf einer hellen Tischdecke oder ein holzfarbener Stuhl auf einem Holzboden – das kann für einen Demenzkranken sein, als würde es diese Dinge gar nicht geben. Er nimmt sie nicht mehr wahr. Das heißt, er wird nach dem Glas nicht greifen und über den Stuhl vielleicht stolpern. Der Förderverein des Malteser Hilfsdiensts kennt sich inzwischen mit solchen Besonderheiten aus. Er sammelt Spenden für die Ausstattung eines Raums im Seniorenzentrum am Fürstenberg, in dem der Malteser Hilfsdienst bis zu acht Demenzkranke aus dem ganzen Stadtgebiet stundenweise betreuen will. Der Verein unterstützt das neue ambulante Angebot, das pflegende Angehörige entlasten soll, er will die 6700 Euro aufbringen, die für die Einrichtung mit speziellen auf die Bedürfnisse von Demenzkranken zugeschnittenen Möbeln notwendig sind.

Wer sich um einen Menschen mit fortschreitender Demenz kümmert, hat vielfach wenige Erholungspausen. Oftmals sind pflegende Angehörige Tag und Nacht gefordert. Die neue, ambulante Betreuung des Malteser Hilfsdiensts in Konstanz soll pflegenden Angehörigen die notwendigen Auszeiten verschaffen. Das Angebot an derzeit drei Tagen in der Woche für jeweils drei Stunden (14 bis 17 Uhr), das über die Pflegekasse abgerechnet werden kann, ist in provisorischen Schulungsräumen gestartet. Nun aber soll es in einem eigenen Raum im Seniorenzentrum Fürstenberg einen festen Sitz bekommen.

Wer unter einer demenziellen Veränderung leide, benötige starke Kontraste, um Gegenstände von der Umgebung unterscheiden zu können, sagt Marion Götz, die Koordinatorin des Betreuungs- und Entlastungsdiensts bei den Maltesern. Bei der Einrichtung des neuen Raums wollen die Malteser darauf Rücksicht nehmen. So ist beispielsweise geplant, Stühle anzuschaffen, die gut erkennbare, knallrote Sitzflächen haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese beim Hinsetzen verfehlt werden, sinke. Eine Entspannungsliege und Gegenstände, die an das frühere Leben erinnern, gehören ebenfalls zur Ausstattung. Neben Schränken, Tischen und Wandregalen will der Hilfsverein auch für besondere Bücher und Spiele aufkommen, die sich für die Arbeit mit Demenzkranken eignen. Maximal acht Demenzkranke sind in einer Gruppe, mit bis zu vier Betreuern, so genannten Demenzbegleitern. Sie spielen mit den Besuchern und gehen auf deren früheres Leben ein. Wenn einer beispielsweise aus Norddeutschland komme, dann frage der Betreuer in der Adventszeit, wie denn dort Weihnachten gefeiert wurde. Und wenn möglich, werde dieser Brauch dann in die Erinnerungsarbeit einbezogen. Bei der Schulung im Umgang mit demenziell Erkrankten kooperieren die Malteser mit Silviahemmet, einer schwedischen Stiftung, deren Spezialgebiet Ausbildungskonzepte für die Begleitung Demenzkranker ist. Aktuell öffnet das ambulante Angebot an drei Nachmittagen zu je drei Stunden, in den neuen Räumen sei eine Ausweitung denkbar, sagt Götz. Die drei Gruppen in den provisorischen Räumen seien schon fast voll.

Der Malteser Förderverein hat sich erst dieses Jahr gegründet, er wurde nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Markus Reichert gerade als gemeinnützig anerkannt. Erste Ideen zur Gründung eines Fördervereins waren nach dem Altstadtbrand 2010 aufgekommen, als sich eine lockere Organisation zum Sammeln und Verteilen der Spenden bildete. Der jetzige Förderverein hat sich als erstes Projekt die Ausstattung des Raums vorgenommen. „Wir wollen Menschen unterstützen, die für andere da sind“, sagt Reichert. Noch arbeitet der Förderverein mit ganz kleiner Mannschaft, eine größere Zahl an Mitgliedern ist im Aufbau. Hinter dem Verein stehen neben Reichert, der Kassenwart Werner Fleig und die als Stadträtin der Freien Wähler bekannte Schriftführerin Susanne Heiß.


So spenden Sie

Die SÜDKURIER-Lokalredaktion stellt im Advent örtliche Hilfswerke vor, die für Menschen in Konstanz, Allensbach und Reichenau mildtätig wirken, und dafür Spenden benötigen. Zum Abschluss der Serie werden vor Weihnachten alle Projekte und Kontaktadressen für Spender nochmals gesammelt vorgestellt. Der neu gegründete Förderverein des Malteser Hilfsdiensts will 6700 Euro für die Ausstattung eines Raums aufbringen, in dem der Malteser Hilfsdienst Demenzkranke stundenweise ambulant betreut. Das Angebot soll pflegende Angehörige entlasten. Die Betreuung kann mit der Kasse abgerechnet werden. Wer die Ausstattung unterstützen will, kann spenden:

Förderverein des Malteser Hilfsdiensts Konstanz e.V.

Sparkasse Bodensee

IBAN: DE08 6905 0001 0024 9785 53

BIC: SOLADES1KNZ

Stichwort: Wir helfen mit

Online Spenden

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE53370601201201207289  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7