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Die Malteser in Konstanz

SÜDKURIER Kreis Konstanz: Hunde erschnüffeln zwei Verletzte

03.07.2015
Gefunden! Hündin Kimoni hat den Verletzten mit Verbrennungen an den Händen im Wald entdeckt. Auch Jasmin Arnold von der Suchhundestaffel (rechts) hat bei der Rettungsübung geholfen. Bild: Kirsten Schlüter

Im Wald zwischen Allensbach und Bodman erleiden Jugendliche beim Grillen Verletzungen, zwei Freunde werden anschließend vermisst. Mit diesem Szenario proben die Malteser Bodensee den Ernstfall.

„Hilfe, hier ist was Schreckliches passiert!“, ruft ein aufgeregter Jugendlicher ins Telefon. Aufmerksam hören die Malteser Bodensee zu. In der Nähe des Ausflugslokals Hof Höfen, bei der Mittleren Wieshütte, gab es einen Unfall. Der Anrufer meldet, dass zwei Freunde vermisst werden, sie sind vielleicht verletzt. Sofort machen sich die Sanitäter und die Suchhundestaffel der Malteser auf den Weg in den Wald. Dort treffen sie auf blasse Gestalten, verbrannte Haut und jede Menge Aufregung. Doch zum Glück ist alles nur gespielt.

Drei bis vier Mal im Jahr proben die Malteser Bodensee den Ernstfall mit einer Übung in dieser Größenordnung. Zum ersten Mal sollte nun die Zusammenarbeit der schnellen Einsatzgruppe und der Suchhundestaffel auf die Probe gestellt werden. An diesem Morgen sind 16 Hunde und sieben Halter im Einsatz. Als sie eintreffen, haben die Sanitäter schon die Lage sondiert. „Wir wollten grillen“, erzählt ein blass geschminkter junger Mann. „Weil es nicht schnell genug ging, hat einer Spiritus ins Feuer gekippt.“ Es kam zur Verpuffung. Die Malteser finden heraus, dass ein Schwerverletzter schon vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht wurde und dass nun zwei Freunde vermisst werden. Einer ist im Schockzustand in den Wald gerannt und ein Zweiter wollte ihn suchen, kam aber nicht zurück.

Hier kommen Kimoni, Xenia und ihre vierbeinigen Freunde ins Spiel. Die Suchhunde sollen möglichst saubere Duftproben der Vermissten bekommen. Das ist gar nicht so einfach, denn es gibt Jugendliche wie Mirco, der schon alles angefasst hat. „Ich will doch nur helfen“, sagt der 17-Jährige. Er stellt permanent Fragen, zweifelt die Kompetenz der Helfer an und stellt ihre Geduld auf eine harte Probe. Als einer seiner Freunde einen Kreislaufkollaps bekommt, ruft Mirco besorgt: „Das wird ja immer schlimmer, und niemand hilft richtig!“ Ihm macht seine Rolle Spaß. Mirco ist wie die anderen Jugendlichen selbst Malteser-Mitglied und wurde instruiert, wie er sich verhalten soll. „In Wirklichkeit reagieren nur wenige Betroffene so panisch“, so Christoph Walter, der mit Sabine Hartauer die Übung vorbereitet hat. „Viele ziehen sich zurück und werden zur tickenden Zeitbombe, wenn man nicht erkennt, wie sehr sie ein Unglück mitnimmt.“

Die Hundehalter jedenfalls finden trotz Mircos Störfeuer heraus, welche Kleidungsstücke den Vermissten gehören. Sie nehmen Duftproben und setzen die Tiere auf die Fährte. Ausbilderin Kerstin Hennings beobachtet die Übung. „Der Hund läuft im Zickzack. Hier findet er keine Spur, die Gruppe wird gleich umdrehen“, prophezeit sie. So kommt es auch. Als Schnuppernase Xenia ermüdet ist, übernimmt Kollegin Kimoni. Bald zieht sie Halterin Sarah Dombrowski nach rechts ins Unterholz. Kimoni wird belohnt: Sie hat einen Verletzten mit Verbrennungen an den Händen entdeckt. Kurz darauf wird auch der zweite Vermisste gefunden, er hat sich ein Bein gebrochen. Die Verletzten werden versorgt, die anderen Jugendlichen beruhigt. Nach über drei Stunden ist das Szenario beendet.

Die Ausbilder sind zufrieden. „Wir haben kleinere Fehler entdeckt entdeckt, aber im Ernstfall wäre niemand zu Schaden gekommen“, sagt Christoph Walter. Plötzlich stößt noch ein prominentes Malteser-Mitglied dazu: Wilderich Graf Bodman, auf dessen Gemarkung die Übung stattfand, findet die Hundestaffel wichtig. „Die Suche nach Dementen nimmt zu, und auch bei Jagden hatten wir schon Probleme, weil Treiber zu nah am Abgrund waren“, sagt er.

Am Ende kann sogar Mirco wieder lachen, der seine Rolle bis zum Schluss durchgezogen hat. „Du warst ja super instruiert“, sagt Hundestaffel-Einsatzleiterin Sarah Dombrowski und lacht. „Dich brauchen wir auch mal für eine Übung in der Schweiz.“

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