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Die Malteser in Konstanz

SÜDKURIER Kreis Konstanz: Retter auf Malta beeindrucken mit Improvisationstalent

23.07.2015
Gemeinsam bewegen sie etwas: Mitglieder von Konstanzer Hilfsorganisationen üben gemeinsam mit Helfern des Saint John Rescue Corps auf Malta. Bild: Privat

Hilfsorganisationen wie THW, ELRG und Wasserschutzpolizei lernen beim Gegenbesuch auf Malta vieles über die Arbeit ihrer dortigen Kollegen. Im Austauschprogramm wollen sich die Konstanzer und die Malteser Experten gegenseitig inspirieren.

Neue Ideen entwickeln, eigenes Wissen vermitteln und die Zusammenarbeit stärken – das sind einige der Ziele, die Fachkräfte von Konstanzer Hilfsorganisationen bei ihrem Gegenbesuch auf der Mittelmeerinsel Malta mitbringen. „Der Blick über den Tellerrand ist wichtig für uns“, fasste Evelyne Braun das Erlebte zusammen. Im vergangenen Jahr hatten Technisches Hilfswerk (THW), Malteser Hilfsdienst (MHD), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Feuerwehr und Wasserschutzpolizei (Wapo) Vertreter des Saint John Rescue Corps nach Konstanz eingeladen.

„Wir nahmen an einem Austauschprogramm für Zivilschutzexperten, dem EU Exchange of Experts in Civil Protection, teil“, erläuterte Wolfgang Rüdiger vom THW. Wie im vergangenen Jahr geschah dies zusammen mit der Landesfeuerwehrschule Vorarlberg. Apropos Zusammenarbeit: „Die Saint-John-Helfer haben damals beeindruckt gesehen, dass unsere verschiedenen Organisationen eng zusammenarbeiten“, berichtete Rüdiger. „Auf Malta haben wir gezeigt, dass wir auch im Ausland miteinander und mit den dortigen Kräften üben können“, erzählte er begeistert. „Wir haben voll mitgemacht“, berichtete Christian Rössler von der DLRG. Unter anderem gab es eine Verkehrsunfall- und eine große Nachtübung, ergänzte Jutta Zaepfl vom THW.

Auf Malta seien Führungsstrukturen nicht so stark entwickelt wie hier, berichtete Christian Rössler. Dabei gebe es dort hochqualifizierte Leute vom Unidirektor über Manager und Anwälte bis hin zum Hotel-Erben, erzählte Feuerwehrmann Andreas Knäble. Geplant sei, den Maltesern eine Führungsausbildung an der Landesfeuerwehrschule Vorarlberg zu ermöglichen, erzählte Rössler.

Stephan Bacher von der Wapo bewunderte das große Improvisationsgeschick des Rescue Corps. Unter anderem führen die Mitglieder mit umgebauten Privatautos in den Einsatz, erzählte er. Oft seien sie darauf angewiesen, dass sie ausgemusterte Fahrzeuge aus England erhalten, berichtete Andreas Knäble. „Aber in der Höhenrettung sind die richtig gut drauf“, sagte er begeistert. Dabei machen sie sich die Erfahrung von Industriekletterern zu Nutze.

Das Rescue Corps möchte die Wasserrettung ausbauen. Dabei kann es auf die Hilfe der DLRG zählen, wie Christian Rössler versprach. „Deren Rettungstaucher sind eigentlich Sporttaucher“, erzählte er. Es fehle an Kommunikationsmitteln und Leinen. Für Hilfseinsätze im Wasser sei bisher die Marine zuständig. erläuterte Rüdiger.

„Ich habe mit dem Kommandanten des Marinestützpunkts gesprochen, damit wir für unser Kompetenzzentrum Bootskriminalität Ansprechpartner erhalten“, berichtete Stephan Bacher. Denn in der Hauptstadt Valletta seien viele Schiffe zugelassen. Das Kompetenzzentrum nutzt internationale Kontakte, um Bootsdiebstählen auf die Spur zu kommen.

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