Navigation
Die Malteser in Konstanz

Schwaebische Zeitung Sigmaringen: Feuerwehrübung: 91-Jährige wird über Drehleiter gerettet - auch Malteser-Schnelleinsatzgruppe im Einsatz

25.04.2018
Viele Feuerwehr-Fahrzeuge standen vor dem Seniorenheim. (Foto: Herbert Klawitter)

Überall war am Samstag in der Ortsmitte von Krauchenwies Blaulicht zu sehen. Was war passiert? Die jährliche Hauptübung der Feuerwehr Krauchenwies mit allen Abteilungen stand an. Und weil das Objekt das Seniorenzentrum in der Ortsmitte war, holte sich die Wehr Verstärkung von außerhalb.

So waren die Drehleitern aus Pfullendorf undSigmaringen, die schnelle Einsatzgruppe (SEG) der Malteser Sigmaringen mit sechs Fahrzeugen und 18 Personen und sechs Notfallseelsorger vor Ort. Und das wäre im Ernstfall noch zu wenig, wie Kommandant Robin Damast am Ende der Übung selbstkritisch bemerkte.

Das Szenario: Beim Baugeschäft Nipp brach bei Reparaturarbeiten in einer Scheune ein Brand aus. Aufgrund des starken Südostwindes entwickelt sich das Feuer schnell zu einem Vollbrand mit starker Hitzebildung. Es gibt Vermisste und Verletzte. Infolge der Hitze und der engen Bebauung bersten im angrenzenden Seniorenheim die Fenster. Rauch und einzelne Schwelbrände im hinteren Gebäudeteil sind die Folge.

Der Einsatz wurde in zwei Einsatzabschnitte (EA) aufgeteilt. EA1 war das Seniorenheim. EA2 der Brand im Baugeschäft. Das erste Krauchenwieser Fahrzeug übernahm im Seniorenheim die Menschenrettung und den Löschangriff über das Treppenhaus. Unterstützung kam von den Abteilungen Ablach, Bittelschieß und Hausen, die auch die Pfullendorfer Leiter mit Wasser versorgten. Das zweite Löschfahrzeug aus Krauchenwies kümmerte sich um den Brand und die Menschenrettung in der Scheune. Zusammen mit der Abteilung Göggingen versorgten sie auch die Drehleiter aus Sigmaringen mit Wasser.

Doch die fiktive Lage verschärfte sich und so musste das Gebäude evakuiert werden. Die Bewohner waren in einer Themenwoche mit Videos und Gesprächen auf die Übung vorbereitet worden. Die Begeisterung war bei ihnen sogar so groß, dass sich die 91-jährige Emma Wetz mit der Drehleiter vom Balkon "retten" ließ.

Inzwischen hatte die SEG der Malteser Sigmaringen Zelte auf dem benachbarten Löwenplatz aufgestellt und kümmerte sich um die Verletzten. Ihnen standen sechs Notfallseelsorger zur Seite.

Die Feuerwehr Pfullendorf unterstützte die Übung mit der neuen Drohnengruppe. Wie Kommandant Dieter Müller erklärte, handelt es sich bei dem Gerät um eine Drohne mit bis zu zwei Kilo Gewicht. Wenn der Akku leer ist oder die Funkverbindung abreißt, fliegt das Gerät automatisch zum Startplatz zurück. Zur Personensuche und zum aufspüren von Glutnestern wird die Drohne mit einer Wärmebildkamera mit Restlichtteil bestückt. Mit Messplättchen kann Rauch auf Giftstoffe untersucht werden. Die Aufnahmen, in Bild und Videosequenzen, werden aufgezeichnet und auf einem weiteren Bildschirm der Einsatzleitung zugestellt. Die Crew besteht aus dem Piloten und dem Mann am Bildschirm, der die Kamera bedient. Derzeit ist die Feuerwehr Pfullendorf die einzige im Kreis mit Drohne, kann aber bei Bedarf angefordert werden.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Übung und wurden von Moderator Manuel Krom mit den aktuellen Informationen versorgt.

Online Spenden

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE53370601201201207289  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7