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Die Malteser in Konstanz

Rumänien: Malteser helfen bedürftigen Familien

15.08.2018
Helferinnen und Helfer des SAMR Satu Mare helfen beim Abladen der Hilfsgüter am Bildungszentrum St. Josef. Ganz rechts Malteser-Helfer Karl-Heinz Krahn, links daneben Kristof Pallai, stellvertretender Präsident des SAMR Rumänien und Beauftragter von Satu Mare. Foto: Malteser Ravensburg

Nächster Winter wird zur Überlebensfrage

Weingarten. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr brachten die Malteser Anfang August Hilfsgüter nach Satu Mare und Moldovita in Rumänien. Eine dritte Fahrt ist für Anfang November geplant. „Die Not der Menschen hat seit unserer Fahrt im April stark zugenommen“, so Norbert Scheffler, Malteser Stadtbeauftragter und Projektleiter Osteuropa in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Inzwischen unterstützt der rumänische Malteser Hilfsdienst SAMR bereits 80 Familien, im April waren es noch 65“, so Scheffler weiter. Im Gepäck hatten die Malteser dieses Mal zweieinhalb Tonnen Nudeln, eine Tonne Mehl, eine Palette Inkontinenzwindeln, zwei Pflegebetten sowie Schuhe, Winterkleidung, Bettwäsche, Rollatoren, Roll- und Toilettenstühle. Begleitet wurde Scheffler von den Malteser Helfern Josef Felder, Karl-Heinz Krahn und Raphael Kling. </font>

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<font color="#000000">Diesmal besuchten die Weingartener Malteser vier Familien, die von den Helferinnen und Helfern des SAMR Satu Mare unterstützt werden. Dabei übergaben sie jeweils einen Karton Nudeln und Windeln. Besonders betroffen machte sie erneut das Schicksal der Familie Pap in Lazuri, die sie bereits im April kennengelernt hatten. „Unter ständigem Weinen und mit Tränen in den Augen erzählte mir Erzsebat Pap, dass sie nicht weiß, wie ihre Familie über den Winter kommen soll“, berichtet Scheffler. „Für ihren an Krebs erkrankten Sohn muss sie in der Apotheke Trinknahrung und Schmerzmedikamente kaufen. Sie sind so teuer, dass kein Geld für das Brennholz für den Winter übrig ist. Zudem muss sie auch noch ihre nach einem Bahnunfall beidseitig beinamputierte Schwester versorgen“, so der Ravensburger Stadtbeauftragte. Mehrmals in der Woche fährt Pap in die 20 Kilometer entfernte Kreisstadt Satu Mare, um in Privathaushalten zu putzen und so einige Lei für den Lebensunterhalt zu verdienen. Spontan entschied sich die Malteser Gruppe aus Ravensburg, der Familie 50 Euro für den Kauf des Brennholzes zu übergeben.

In Boghis, 20 Kilometer außerhalb von Satu Mare, besuchten die Malteser die Familie von Erika Fodora. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern macht sich ebenfalls Gedanken über den bevorstehenden, kalten Winter. Das alte Haus, in dem sie wohnen, ist undicht und muss dringend renoviert werden. Die Kinder besuchen eine Schule für lernbehinderte Kinder. Sie brauchen zum Teil teure Medikamente. Einer der Söhne leidet unter einer unheilbaren Darmerkrankung, ist inkontinent und braucht Windeln. Auch Fodora fährt dreimal in der Woche mit dem Bus nach Satu Mare, um dort mit Putzen ein paar Lei zu verdienen.

Am Stadtrand von Satu Mare besuchten die Malteser auch wieder die Familie Varga. Der älteste Sohn Brian ist erneut Jahrgangsbester in der Schule. Er besucht regelmäßig das Bildungszentrum St. Josef des SAMR. Brian und sein jüngerer Bruder Richi erhalten aus einer Privatspende Straßen- und Sportschuhe, da sie gerne Fußball spielen. Ihr Vater hat von seinem rumänischen Arbeitgeber unbezahlten Urlaub bekommen, um in England Geld für die Operation seines Sohnes Richi zu verdienen, die die Familie selbst bezahlen muss.

Auch dem jüngst in Rente gegangenen 63jährigen Laszlo Nagy übergaben die Malteser einen Karton Nudeln und Windeln für seine Frau, die seit ihrem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt. Er macht sich ebenfalls große Sorgen, wie er seine Familie mit seiner monatlichen Rente in Höhe von rund 160 Euro versorgen soll. Er pflegt nicht nur seine Frau, sondern betreut auch seinen von Geburt an behinderten 35jährigen Sohn. Die teuren Medikamente für seine Frau muss er selbst bezahlen. "Insbesondere wenn man in Rumänien in Rente geht, darf man keinen kranken oder behinderten Angehörigen haben. Einrichtungen wie das KBZO, die OWB oder IWO gibt es nicht in Rumänien“, resümiert Scheffler. Das bestätigt auch Kristof Pallai, stellvertretender Präsident des rumänischen Malteser Hilfsdienstes SAMR und Beauftragter des SAMR in Satu Mare: „Die Betroffenen müssten in Pflegeeinrichtungen oder Langzeitpsychiatrien untergebracht werden, wo sie eigentlich nicht hingehören“, so Pallai

Da dem rumänischen Malteser Hilfsdienst auch nur begrenzte Mittel zur Verfügung stehen, waren die Hilfsgüter aus Deutschland herzlich willkommen. Um den notleidenden Familien in Rumänien weiterhin helfen und den nächsten Hilfsgütertransport vorbereiten zu können, bitten die Malteser dringend um Spenden

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