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Die Malteser in Konstanz

SÜDKURIER Konstanz: Gut, dass es sie gibt: Dutzende Retter haben sich am Freitagabend für den Hilfseinsatz an Klinikum und gegen Couch, Party und Kino entschieden - freiwillig

21.11.2018
Foto: Benjamin Brumm

Gut dass es sie gibt: Dutzende Retter haben sich am Freitagabend für den Hilfseinsatz an Klinikum und gegen Couch, Party oder Kino entschieden – freiwillig Ehrenamtliche Helfer der Malteser, des Deutschen Roten Kreuzes, der DLRG und des THW sorgen mit dafür, dass Einsätze wie jetzt am Konstanzer Klinikum professionell ablaufen. Sie bekommen nichts für ihr Engagement – zumindest keinen finanziellen Einsatz.

Sofort, später, abwesend: Aus drei Möglichkeiten können freiwillige Rettungskräfte wählen, wenn ihr Handy sie zu einem Einsatz wie dem am Konstanzer Klinikum ruft.

Einsatz statt Party, Couch oder Kino

Ein Einsatz, der unter anderem für die Ehrenamtlichen beim Malteser Hilfsdienst bedeutete: "An einem Freitag um 19.30 Uhr von der Couch gerissen zu werden, womöglich eine Party abzusagen oder den Kinobesuch zu verschieben." So beschreibt es Silvia Baumann, die bei den Maltesern Bodensee für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Theoretisch hätte jeder von ihnen – so wie die ebenfalls herbei gerufenen Helfer der DLRG, des THW und des Deutschen Roten Kreuzes aus Konstanz und Radolfzell – die Möglichkeit, per Knopfdruck ein "abwesend" zu melden – ist ja schließlich Wochenende. Entschieden hatten sich aber etliche Freiwillige anders, einen Verdienstausfall erhalten sie dafür nicht.

"So einen Einsatz kann man nur Hand in Hand meistern", erklärt Silvia Baumann. Wenn also Polizei und Feuerwehr mit den Rettungs- und Hilfsdiensten zusammenarbeiteten. Nach dem Alarm bei der Integrierten Leitstelle des Landkreises bedeutete dies im konkreten Fall für die Malteser: Alle verfügbaren Einheiten für die Evakuierung, den Transport der Patienten und die Erstversorgung ans Klinikum zu senden.

"Ungewissheit herrscht immer bei einer solchen Großlage"

So beschreibt es Thomas Dreier, einer der beiden Leiter des Bereichs Bevölkerungsschutz der Konstanzer Malteser und am Freitag mit 32 Kollegen vor Ort. Er selbst war mit einem Arzt am Zugang zur unmittelbar vom Feuer betroffenen Station G. "Ungewissheit herrscht immer bei einer solchen Großlage", sagt Dreier. Beim Klinikbrand musste zunächst von einer verheerenderen Lage ausgegangen werden.

"Wir trainieren daher vieles nach Schema, angefangen vom Aufbau unserer Versorgungszelte," erklärt Dreier. Das helfe, im Ernstfall die Ruhe zu bewahren. Weil sich herausstellte, dass ein 80-jähriger sein Leben verlor, waren auch Notfallseelsorger und Einsatznachsorgeteams am Klinikum dabei. "Ein solcher Einsatz macht auch etwas mit den Rettungskräften", beschreibt Malteser-Sprecherin Baumann, "neben der Betreuung der Angehörigen, ist es wichtig, den Helfern ein Gehör für das Erlebte einzuräumen."

Was auch zu einem solchen Großeinsatz gehört: 130 Essen in der Feldküche zubereiten und Getränke bereitstellen. Nun endet das Engagement der Freiwilligen nicht bei der unmittelbaren Rettung – und zwar unabhängig davon, bei welcher Organisation sie tätig sind. So wurden am Freitagabend in einer Feldküche 130 warme Essen zubereitet oder die schwer ausgerüsteten Feuerwehrleute mit Getränken versorgt. Deshalb beendeten die ersten freiwilligen Helfer ihren Einsatz zwar um 22 Uhr wieder.

Für die letzten Freiwilligen war um 2 Uhr Feierabend Diejenigen aber, die zum Beispiel im Ärztehaus die Erstversorgung koordinierten, arbeiteten bis Mitternacht weiter. "Komplett mit allen Abbau- und Aufräumarbeiten war der Einsatz gegen 2 Uhr beendet", sagt Thomas Dreier von den Maltesern.

Alles muss bereit sein für den nächsten Alarm und die nächste Entscheidung: Sofort, später oder abwesend.

Autor: Benjamin Brumm

 

 

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