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Die Malteser in Konstanz

Konstanz: Integration ist keine Einbahnstrasse

08.05.2019

Sara, Nour und Heba sind vor knapp drei Jahren aus Syrien über die Türkei und Griechenland nach Deutschland gekommen. Kurz nach ihrer Ankunft haben Sie den „Mädelstreff“, ein Integrationsprojekt der Malteser für geflüchtete und deutsche Mädchen im Alter von 13 – 18 Jahren in Konstanz kennengelernt. „Unser Ziel ist es, junge Mädchen und Frauen in ihren Persönlichkeiten zu stärken. Wir wollen sie unterstützen, ihren Platz in der Gesellschaft, in der sie künftig leben wollen, zu finden. Dazu gehören Angebote zu Bildung und Kultur, jeden zweiten Samstag gibt es ein Lerncafé, aber auch Spass und Unterhaltung kommen bei uns nicht zu kurz“, erzählt Silvia Baumann, bei den Maltesern in Konstanz für die Integrationsarbeit zuständig. Dass Integration keine Einbahnstraße ist, das beweisen die Konstanzer Malteser auch dadurch, dass sie Geflüchtete in ihre Reihen integrieren. Sara, Nour und Heba sind in der Jugendarbeit tätig. „Unsere Kinder lieben sie“, so Maike Kluge, Jugendreferentin in Konstanz. „Klar, wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir das den Kindern erklären, warum Nour ein Kopftuch trägt oder warum sie keine Bratwurst beim Grillfest isst. Aber letztendlich ging es einfacher als gedacht.“ Voraussetzung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Integrationsarbeit und dem Jugendreferat. „Alle müssen aufeinander zugehen, nicht nur die Geflüchteten auf uns. Auch wir müssen uns ein Stück weit in die Kultur unserer neuen Vereinsmitglieder reindenken,“ so Maike Kluge. Schnell war klar, dass „die Neuen“ hier nicht nur Gäste sein sollen, sondern vollwertige Mitglieder. So haben sie am Ende der Osterferien den Lehrgang „Gruppen Führen I“ erfolgreich absolviert und sind fortan als Gruppenleiter-Assistentinnen tätig.

 

Einige der Teilnehmer des Kurses kennt Nour schon vom Jugendtag in Kämpfelbach oder vom letzten Diözesanjugendlager. „Alles voll normal“, lacht sie, wenn man sie fragt, wie sie sich bei den Maltesern fühlt. „Ich wollte eigentlich gar nicht mehr weg aus Oppenau. Wir haben so viel gelernt, alle waren so nett und wir sehen uns ja schon bald beim Gruppenleiterwochenende wieder.“ Für sie ist klar, sie gehört dazu. Unter Hashtags wie #malteserliebe oder #proudtobemalteser posten die Mädchen bei Instagram. Die Malteser und ihre Jugendarbeit sind Teil ihres Lebens geworden.

Silvia Baumann ist realistisch. Dass das nicht in allen Bereichen normal ist, weiß sie. Erst nach langem Hin und Her gelang es, einem jungen Arzt über die Malteser Notarztgruppe ein Praktikum im Krankenhaus zu verschaffen. Der junge Syrer ist seither jeden Montag im Konstanzer Klinikum, der leitende Notarzt des Dr. Volker Kurzweg ist im regelmäßigen Austausch mit ihm.  Die Integration in den Sanitätsdienst ist noch nicht gelungen. „Aber wir arbeiten daran“, so Baumann zuversichtlich. Als nächstes steht die Ausbildung von Sanitätsdiensthelfern auf dem Plan, die schon im Sommer bei den Großveranstaltungen unterstützen können.

Heba ist jeden Dienstag als Gruppenleiterassistentin bei der Kindergruppe tätig: „Ich freue mich darauf, das, was wir in Oppenau gelernt haben, umzusetzen,“ sagt sie. Sie ist fester Bestandteil der Leiterrunden und wird in Programmgestaltung und Organisation mit einbezogen. „Und beim Diözesanjugendtag darf ich sogar einen Tanzworkshop leiten, ist das nicht super“, lacht sie. Wie alle Konstanzer sind auch Sara, Nour und Heba voller Vorfreude auf das vorletzte Septemberwoche und auf den Diözesanjugendtag in Konstanz.

 

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