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Die Malteser in Konstanz

SCHWAEBISCHE Zeitung: Sigmaringen - Gemeinschaft gegen die Einsamkeit an Heiligabend

12.12.2019
Marica Walz (von links), Elisabeth Oswald, Maritta Lieb, Marlene Lingel und Jürgen Berka gehören zum Vorbereitungsteam für Weihnachten für alle. (Foto: Mareike Keiper)

Heiligabend ohne Partner oder Familie kann einsam sein, ganz besonders zu später Stunde. Diese Tatsache haben die evangelische und die katholische Kirchengemeinde ernst genommen und die Aktion „Weihnachten für alle“ in diesem Jahr angepasst: Das Programm soll den ganzen Abend füllen. Eingeladen sind alle Menschen aus der Seelsorgeeinheit Sigmaringen und Umgebung.

Bisher, erläutert Gemeindereferentin Maritta Lieb, habe es ein Weihnachtsfest am Nachmittag gegeben, inklusive Kaffee, Kuchen und kleiner Bescherung. Mit dem Gottesdienst in St. Fidelis sei diese Feier ausgeklungen. „Aber die Einsamkeit am Abend ist doch am schwersten“, sagt sie. Aus diesem Grund finde „Weihnachten für alle“ in diesem Jahr erst nach dem Gottesdienst im Gemeindehaus St. Fidelis statt.

Die Gäste erwartet ein gemeinsames Essen mit Würstchen und Kartoffelsalat. Es folgen vorgetragene Geschichten und gemeinsame Lieder, begleitet von Musikerin Elisabeth Oswald an der Drehorgel, die selbstgetextete Gedichte mitbringt. Auch eine Bescherung ist geplant. „Wir wollen ein schönes Miteinander“, sagt Marlene Lingel, die das Fest mitorganisiert. Sie kritisiert, dass Weihnachten individueller werde. „Das ist nicht der Sinn“, prangert sie an. Der Abend im Gemeindehaus führe zu den Wurzeln zurück – im Stall trafen sich alle, um das Jesuskind zu feiern, und auch bei „Weihnachten für alle“ treffen sich Menschen zum Fest, obwohl sie sich vorher nicht kannten.

Da die Einsamkeit an Weihnachten auch ein Thema bei Älteren sei, wie Maritta Lieb sagt, gebe es einen Fahrdienst. Den organisiert Jürgen Berka. Sowohl die Malteser als auch die Seelsorgeeinheit stellen für den Abend ein Auto zur Verfügung. Der Bus holt die Teilnehmer gegen 17 Uhr ab und bringt sie zum Gottesdienst in St. Fidelis. Im Anschluss startet die Feier mit einem Glühwein- oder Punschempfang. Ihr Ende ist gegen 21.30 Uhr geplant, sodass die Gäste auch den Gottesdienst in St. Johann besuchen können. Der Caritative Förderverein finanziert Essen und die Geschenke.

Erstmals fand „Weihnachten für alle“ vor 15 Jahren statt, damals noch mit drei Teilnehmern. Inzwischen seien es jährlich um die 50 Menschen, die gemeinsam den heiligen Abend verbringen wollen. Auch die Pfarrer Ströhle und Baumgartner werden anwesend sein – genauso wie etliche Helfer. Dass sie an Weihnachten dabei sein wollen, hat gute Gründe. Marica Walz zum Beispiel sagt, sie würde Heiligabend ausschließlich mit ihrem Partner, einem Abendessen und dem Gottesdienst feiern. „Es ist nicht mehr so wie früher“, sagt sie. Deshalb helfe sie gerne mit: „Es bringt mir sehr viel, die Menschen glücklich zu machen.“

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